Lasst „Wetten, dass…?“ endlich sterben

Von Angelika Dehmel am 27. September 2013

Das ZDF will Markus Lanz für „Wetten, dass..?“ einen Gagschreiber zur Seite stellen. Doch das wird alles nichts nützen, denn die Show muss endlich sterben. Zeit für einen fulminanten Abschied

 

Ein Lied von einem wirklich witzigen Menschen hat den Refrain: „Witzischkeit kennt keine Grenzen, Witzischkeit kennt kein Pardon.“ Nichtwitzigkeit kennt aber anscheinend auch keine Grenzen. Das ZDF will versuchen, „Wetten, dass..?“ mit einem Gagschreiber ein paar Stöße mit dem Humor-Defibrillator zu verpassen und so wieder zum Leben zu erwecken. Der neue Redaktionsleiter Oliver Heidemann sagte dem dem Magazin „TV Spielfilm“, diese Gags sollen Markus Lanz‘ Begrüßungsmonolog aufpeppen.

Jetzt fehlen eigentlich nur noch die Schilder, die das Publikum auffordern, zu lachen oder zu klatschen. Aber machen wir uns nichts vor, die gibt es vermutlich schon längst. Vielleicht kommt nun auch eine entsprechende automatische Teletexteinblendung für die Zuschauer zuhause vorm Fernseher.

Liebe Verantwortliche vom ZDF, hört endlich auf damit! Es ist ein letzter in einer Reihe von vielen hilflosen Rettungsversuchen, die zu nichts mehr führen. Denn es gibt nur noch einen Weg, dieser Show ein paar Ausschläge nach oben auf der Quotenkurve zu verpassen: Lasst die alte Dame in Ruhe sterben und macht eine Abschiedssaison! Weckt dafür die sterbenskranke Show noch mal kurz aus dem Koma auf.

Ein Abschiedsmotto für jede Show

Für die offiziell letzte Saison sollten die alten Macher als Co-Moderatoren zurückkehren: Thomas Gottschalk und Frank Elstner. Bitte nicht Wolfgang Lippert als Trauerredner, der sorgte schon damals nicht für die beste Stimmung. Die beiden nehmen dann mit Markus Lanz auf dem Sofa Platz und lassen ihre besten Momente bei „Wetten, dass..?“ Revue passieren.

Jede Sendung kommt unter ein anderes Motto: die besten Wettkönige, die häufigsten Promi-Gäste, die Musikgruppen, bei denen sich Teenies am meisten die Lunge aus dem Leib schrien, der Hollywood-Star, der am schnellsten wieder weg war. Es gibt genug Anlässe, um die Saison voll zu kriegen. Solche Rankings kommen auch beim Publikum gut an, das zeigen schon die immer absurderen Varianten der „Ultimativen Chartshow“ auf RTL.

Und so hätten all die Zuschauer aus Deutschland, Österreich und der Schweiz, die einfach nicht mehr zusehen wollen, wie Markus Lanz eine alte Dame zu Tode quält, endlich Zeit, um in Ruhe Abschied von dieser Institution zu nehmen. In Würde und ohne Gagschreiber.

Angelika Dehmel, Journalistin in Hamburg, hat als Kind zusammen mit ihren Eltern stets „Wetten, dass..?“ geguckt und verbindet viele gute Erinnerung damit. Nichtsdestoweniger wünscht sie der Show nun von Herzen den ewigen Sendeschluss.

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