Islamisch-jüdisch-buddhistisch-hinduistische Weihnachten

Von Volker Warkentin am 23. Dezember 2014

Der Vorschlag, im Weihnachtsgottesdienst muslimische Lieder zu singen, ist kontraproduktiv. Denn die Grenzen zwischen den Religionen müssen nicht verwischt werden, sondern benannt – und akzeptiert

„Tala’a al-badru alayna“ – wer das muslimische Lied „Heller Mondschein leuchtet“ neben „Stille Nacht, Heilige Nacht“ im Weihnachtsgottesdienst singen soll, wird von der zentralen Botschaft von der Geburt des Gottessohns abgelenkt. Denn das Erscheinen Christi auf Erden ist das Alleinstellungsmerkmal des Christentums gegenüber Juden und Muslimen – auch wenn die Angehörigen der drei Weltreligionen zum selben Gott beten.

Der Vorschlag des Grünen-Abgeordneten Omid Nouripour, im Weihnachtsgottesdienst muslimische Lieder zu singen, greift also zu kurz. Es beruhigt das Gewissen von Gutmenschen, löst aber das grundlegende Problem der Sprachlosigkeit zwischen den Religionen in Deutschland nicht.

Der Vorstoß liefert der fremdenfeindlichen Pegida-Bewegung und Rechtsextremisten nur eine Steilvorlage. Außerdem: Kein Imam würde auf die Idee kommen, zum Zuckerfest am Ende des Fastenmonats Ramadan Martin Luthers Schmetterchoral „Ein feste Burg ist unser Gott“ anstimmen zu lassen. Verständnis für einander entsteht nicht durch das Verwischen der Grenzen zwischen den Religionen, sondern durch das Benennen und Akzeptieren der Unterschiede.

Die Idee Nouripours und anderer Politiker aus dem linken Lager ist vor allem eins: gut gemeint. Und das ist immer noch das Gegenteil von gut gemacht.

Volker Warkentin, Autor in Berlin, ist zwar ungläubig, beobachtet aber mit großem Interesse den Einfuss der Religion auf das Weltgeschehen.

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Orry am 23. Dezember 2014

Och nöööö... wie weit verbreitet sich diese Falschmeldung eigentlich noch?

http://www.bildblog.de/62469/vom-untergang-des-abendlandes-kann-bild-ein-liedchen-singen/

Wer hier der PEGIDA in die Hände spielt, das sind die eleden Brandstifter von der Bild-"Zeitung"!

Zaunkoenigin am 25. Dezember 2014

Dieser dämliche Vorschlag befindet sich leider nur ein einer Reihe von arschkriecherischen Ideen die so rein gar nichts mit Völkerverständigung, Friede, gegenseitigem Respekt und Achtung zu tun haben. Das ist nur wieder einmal eine unwürdige Idee in dem sich das Christentum - oder Deutschland - klein machen soll. Gegenseitige Achtung entsteht jedoch nicht indem man sich gleich macht. Gegenseitige Achtung entsteht, in dem man das Gegenüber sein lässt wie es ist ohne das zu bewerten und indem man die Grenzen achtet. Und das auf beiden Seiten. Und sich klein machen hat selten dazu geführt, dass man respektiert wurde. Dafür gibt es im zwischenmenschlichen Bereich mehr als genug Anschauungsmaterial.

Ihrem Artikel kann ich deshalb nur aus vollem Herzen zustimmen.

Andreas theyssen - 13. Januar 2015

Wie kommen Sie eigentlich dazu von "wir Deutsche" zu sprechen? In meinem Namen sprechen Sie definitiv nicht. Und vielleicht ist Ihnen aufgefallen, dass deutlich mehr Anti-Pegida-Demonstranten auf den Straßen sind als Pegida-Demonstranten.

AntiMerkel am 13. Januar 2015

Dieser Vorschlag war wirklich einfach nur dumm und ignorant. Wir Deutschen wollen den Islam nicht in Deutschland haben, der passt nicht zu uns und wir wollen uns unsere Weihnachtsgottesdienste nich dadurch verderben lassen, dass wir deren Lieder singen müssen. Wenn die hier leben sollen, sollen sie sich gefälligst an unsere Werte und Traditionen anpassen und nicht immer versuchen, anderen ihre Religion aufzuzwingen, indem sie den Koran in den Fugängerzonen verteilen. Die Moslems wollen unsere Traditionen und Werte gar nicht achten, sondern uns die ihrigen aufzwingen, und das ist absolut inakzeptabel.
Vielleicht sollte man es so machen, dass nur Moslems, die sich bereit erklären zum Christentum zu konvertieren ins Land lassen...wer dann eben Moslem bleiben möchte, kann das ja dann in einem anderen Land tun.