Kämpft ohne Unterlass, Abendländer

Von Andreas Theyssen am 16. Oktober 2015

Angesichts der Flüchtlingswelle befürchten immer mehr Deutsche eine Überfremdung Deutschlands. Unverdrossen kämpfen sie dagegen an – auf der Straße, mit Hassposts in sozialen Medien. Und es gibt noch viel zu tun für diese Patrioten.

Muss man sich mal vorstellen: Da geht diese Mutti aus dem Kanzleramt hin und öffnet die Grenzen. Einfach so. Bloss, weil sie nicht mitansehen will, wie Zehntausende Flüchtlinge in Ungarn vor sich hin vegetieren. Ausgerechnet diese Mutti, die Jahrzehnte lang sicher hinter ihrer DDR-Mauer gehockt hat, mutet dem deutschen Volk nun all diese Leute zu: Muslime, Schlepper, Kriminelle, Vergewaltiger, Terroristen. Flüchtlinge eben.

Gut, dass es Euch Patrioten gibt und dass Ihr aufsteht. Gegen die da oben. Gegen die Islamisierung des Abendlandes. Im Namen des deutschen Volkes, das verraten wurde. Oder so.

Ihr kämpft mit aller Macht. Mit Hassposts auf Facebook. Auf der Straße. Mit Brandsätzen vor Flüchtlingsheimen. Mit Galgenkopien, an denen Angela „Flüchtlingsmutti“ Merkel und Sigmar „Pack“ Gabriel aufgeknüpft werden sollen. Kopfabhacken durch Islamisten lehnt Ihr als aufrechte Patrioten ab. Aufknüpfen entspricht bestimmt mehr der Kultur des Abendlandes.

Und wenn dann ein Dresdner Staatsanwalt wegen dieses per Galgen exklamierten Aufrufs zur Lynchjustiz ermittelt, dann erhält er anonyme Morddrohungen per Email. In bester abendländischer Tradition. Oder so.

Haltet nicht ein in Eurem Tun, aufrechte Abendländer. Denn es gibt noch viel zu tun. Zum Beispiel gegen die Asiatisierung der deutschen Haushalte. Schlitzaugen-Produkte, wo man auch hin schaut. Also, werte Patrioten, packt das Problem an! Werft Eure Samsung-Fernseher aus dem Fenster und die Lenovo-Computer gleich hinterher! Fahrt Euren Toyota auf den Schrottplatz, stopft die Packungen mit Basmatireis in die Mülltonnen! Mit der Asiatisierung der deutschen Haushalte muss ein für alle Mal Schluss gemacht werden!

Und weiter geht’s, Patrioten – gegen die Amerikanisierung Deutschlands. Trinkt keine Coca Cola mehr! Verschmäht Burger! Verbrennt Eure Marshmallows! Und schmeißt die Kartoffeln auf den Müll! Sind nämlich auch Migranten, die – trotz gelungener Integration – aus Lateinamerika stammen.

Es muss endlich Schluss sein mit all diesem Fremdländischen. Deutsche, kauft deutsche Produkte! Deutsche Computer (gibt’s bestimmt noch im Altwarenhandel), deutsche Autos (VW-Diesel), deutsche Fernseher (was macht eigentlich Grundig?). Der Überfremdung Deutschlands muss Einhalt geboten werden. Unbedingt!

Nur zwei kleine Tipps, liebe Patrioten: Wenn Ihr dann endlich erreicht habt, dass Deutschland nur noch deutsch ist, dann könnte es sein, dass Ihr Euch in einer Art europäischem Nordkorea wiederfindet. Das ist derzeit nämlich weltweit das einzige Land, in dem alles national ist.

Und der zweite Tipp: Wenn Ihr fürchtet, dass Eure Kultur untergeht, weil Flüchtlinge in Euer Land kommen, die dann gerade mal zwei Prozent der Gesamtbevölkerung ausmachen, tja, dann könnte man den Eindruck gewinnen, dass Eure Kultur eine sehr schwächliche ist. Oder dass Ihr, werte Patrioten, sehr, sehr wenig Selbstbewusstsein habt.

Andreas Theyssen, Autor in Berlin, schreibt freitags die OC-Kolumne „Mein Held der Woche“.

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Renate am 18. Oktober 2015

Japan (ethnic groups):

Japanese 98.5%, Koreans 0.5%, Chinese 0.4%, other 0.6%

https://www.cia.gov/library/publications/the-world-factbook/geos/ja.html

Joachim von K. am 19. Oktober 2015

Aber es sind ja nicht nur zwei Prozent. Es sind weitere zwei Prozent die nur in diesem Jahr dazukommen!

Die folgenden Artikel (Daten) beziehen sich auf "vor der Flüchtlingskrise":

"Zahl der Zuwanderer in Deutsch­land so hoch wie noch nie:

Im Jahr 2014 hatten rund 16,4 Millionen Menschen in Deutschland einen Migrationshintergrund. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) auf Basis des Mikrozensus 2014 weiter mitteilt, entsprach dies einem Anteil von 20,3 % an der Gesamtbevölkerung und einem Zuwachs gegenüber dem Vorjahr von 3,0 %."

https://www.destatis.de/DE/ZahlenFakten/GesellschaftStaat/Bevoelkerung/MigrationIntegration/Migrationshintergrund/Migrationshintergrund.html

"Bereits im nächsten Jahr wird jeder zweite Frankfurter einen Migrationshintergrund haben. Das geht aus dem ersten umfassenden «Integrations- und Diversitätsbericht» der Stadt hervor, den die zuständige Dezernentin Nargess Eskandari-Grünberg (Grüne) am Montag vorlegte. Den jüngsten Zahlen zufolge liegt der Migrantenanteil in Hessens größter Stadt bei 47 Prozent - bei Kindern unter sechs Jahren beträgt er bereits 68 Prozent."

http://www.fnp.de/lokales/frankfurt/Jeder-zweite-Frankfurter-hat-Migrationshintergrund;art675,1426977

"Muslims will nearly double their numbers in Europe – to more than 10% – by 2050 and will outnumber Christians worldwide by 2070, according to a new forecast of the growth of religions around the world.

Europe’s Muslim population, boosted by large families and immigration, will nearly double, from less than 6% (43 million people) in 2010 to more than 10% (71 million people) in 2050, the forecast estimates."

http://www.theguardian.com/world/2015/apr/02/muslim-population-growth-christians-religion-pew

"A new study says the Muslim population of England and Wales almost doubled over a 10-year period.

The analysis of 2011 census data indicates the number of people identifying themselves as Muslim grew from 1.5 million in 2001 to 2.7 million by 2011.

The study based on official data was prepared for the Muslim Council of Britain by a team led by Sundas Ali of the University of Oxford."

http://www.sandiegouniontribune.com/news/2015/feb/12/new-study-says-uk-muslim-population-increases/

Andreas Theyssen am 19. Oktober 2015

Man sollte sich schon einmal genau anschauen, wer die Menschen mit Migrationshintergrund tatsächlich sind. Laut Definition von Destatis sind dies: "Personen mit Migrationshintergrund

Zu den Menschen mit Migrationshintergrund zählen alle Ausländer und Ausländerinnen sowie eingebürgerte ehemalige Ausländer und Ausländerinnen, alle nach 1949 als Deutsche auf das heutige Gebiet der Bundesrepublik Deutschland Zugewanderten, sowie alle in Deutschland als Deutsche Geborenen mit zumindest einem zugewanderten oder als Ausländer/in in Deutschland geborenen Elternteil."

Das heißt, es sind nicht alles Muslime, wie die von Ihnen geposteten Links implizieren, sondern darunter fallen auch die ganzen deutschstämmigen Aussiedler aus Polen, der früheren Sowjetunion oder Rumänien. Zum Beispiel Hertha Müller, die deutsche Literatur-Nobelpreisträgerin, fällt auch darunter.

Zaunkoenigin am 19. Oktober 2015

Nichts desto Trotz ist die Zuwanderung in diesem Jahr so hoch wie nie.

Aber unabhängig davon finde ich es durchaus interessant die Zahlen genauer anzuschauen. Ich mag keine diffusen Ängste. Schon gar nicht, wenn sie sich als unbegründet heraus stellen könnten. Dann war das nämlich nur eine überflüssige Beeinträchtigung meines Befindens.

http://de.statista.com/statistik/daten/studie/72321/umfrage/entwicklung-der-anzahl-der-muslime-in-deutschland-seit-1945/

http://de.statista.com/statistik/daten/studie/452202/umfrage/asylbewerber-in-deutschland-nach-religionszugehoerigkeit/

Aber ist das überhaupt relevant? Wäre so etwas nicht viel informativer und hilfreicher bei einer Meinungsbildung? http://www.deutsche-islam-konferenz.de/DIK/DE/Magazin/Lebenswelten/ZahlMLD/zahl-mld-node.html

Aus meiner, zugegebener Maßen pragmatischen Weltsicht ist es nicht erheblich welcher Religion ein Flüchtling angehört. Von Bedeutung ist für mich, ob er die Gesetze unseres Landes (besser gesagt: unserer Gesellschaft) anerkennt, Respekt Männern wie Frauen entgegen bringt und unsere Werte und Normen nicht boykottiert. Er ist Gast in unserem Land und so sollte er sich auch verhalten.

Aber hat das etwas mit der Religionszugehörigkeit zu tun? Ich glaube nicht.

Andreas Theyssen am 19. Oktober 2015

Da sind wir aber mal 100-prozentig einer Meinung.

Zaunkönigin am 19. Oktober 2015

ach ja.. meine Damen und Herren, artikulieren Sie sich doch bitte. Diese Likes und Unlikes bringen und ja nun wirklich nicht weiter. Das ist eher ein.....bääääh, mag ich nicht. Wie bei kleinen Kindern. Zumindest dann, wenn es ohne Begründung erfolgt.

Ja ok, trotzig mit dem Fuss aufstampfen kann manchmal auch Spass machen. Sogar mir :-P

Zaunkönigin am 20. Oktober 2015

aaaah, trotzen wir noch ein wenig mehr? Werfen wir uns jetzt auf den Fussboden und strampeln mit den Füßchen?

Also wirklich.. Kindergarten. Das halte ich für ein probates Mittel bei Kleinkindern die noch nicht in der Lage sind ihren Frust in Worte zu fassen.

Zaunkoenigin am 21. Oktober 2015

:-) .. ich sag's doch.. Kindergarten.. Ich seh's bildlich vor mir.