So kommt ihr zu billigen Wohnungen, Deutsche!

Von Andreas Theyssen am 18. März 2016

Die Flüchtlinge nehmen uns alles weg, heißt es gerne. Das stimmt nicht. Drei junge Niedersachsen haben herausgefunden, wie auch Deutsche an freie Kost und Logis kommen.

Man hat’s ja nicht einfach heutzutage. Die Mieten steigen, das Bier wird teurer, und der Lidl ist auch kein Billigheimer mehr; der vertickt sogar Champagner.

Ist ja auch kein Wunder, dass alles teurer wird. Millionen und Abermillionen von Flüchtlingen, Muselmanen und Kaschuben kommen nach Deutschland, eingeladen von ihrer Obermufta, der Selfie-Mutti aus Berlin. Das kostet eben. Und was bleibt für uns Deutsche? Nüschte.

Das muss nicht sein. Drei junge Niedersachsen haben nun herausgefunden, wie man als Deutscher genausoviel bekommt wie so ein Wirtschaftsflüchtling aus Aleppo, nämlich freie Kost und Logis.

Sie haben es nicht so gemacht, wie jene, die auf Facebook gegen Muslime, Merkel und Lügenpresse stänkern und dabei vorgeben, Stimme des Volkes zu sein. Sie haben es anders gemacht als jene, die nachts schreiend Busse mit verängstigten Flüchtlingskindern blockieren. Sie sind weiter gegangen als jene, die unbewohnte Asylunterkünfte in Brand setzen und dabei übersehen, dass sie damit nicht Flüchtlinge schädigen, sondern deutsches Volkseigentum.

Die drei – zwei Männer, eine Frau, 24, 25 und 31 Jahre alt – haben es gründlich gemacht. Sie haben im niedersächsischen Salzhemmendorf einen Brandsatz in das Kinderzimmer eines bewohnten Flüchtlingsheims geschleudert. Und siehe da: Deutsche Gründlichkeit lohnt sich.

Acht, sieben und viereinhalb Jahre lang dürfen die drei nun mietfrei wohnen, kostenloses Essen gibt es obendrein. Zu verdanken haben sie es dem deutschen Staat, der doch angeblich so gar nichts mehr für Deutsche übrig hat, sondern nur noch für Flüchtlinge. Man muss eben nur ein bisschen drängeln, und schon wacht dieser Staat auf. Und das Beste: Ausgaben für den üblichen Konsumterror – Kino, Kneipentour, Playstation – fallen auch nicht an. Als Rassist lebt’s sich wirklich billig.

Nur vor einer Sache muss sich der deutsche Rassist fürchten: Dass Pegida vielleicht doch einmal auf die Idee kommt, zu Demos aufzurufen gegen jene, die sich auf Kosten des deutschen Volkes im Knast durchs Leben schmarotzen.

Andreas Theyssen, Autor in Berlin, schreibt die OC-Kolumne „Mein Held der Woche“ freitags.

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Zaunkoenigin am 18. März 2016

Herr Theyssen.. gleichgültig aus welcher Perspektive heraus ich ihren Artikel lese .. ich kann in diesem speziellen Fall Ihrer Ironie absolut nichts abgewinnen.

Astrid Mohné am 18. März 2016

Hi Theyssen,
chapeau, chapeau!!! Bin schwer beeindruckt, wie gut Du schreiben kannst!!!
Dein pointierter, scharfzüngiger Sarkasmus ist einfach einmalig gut und Dein Markenzeichen.
Da blitzt der Esprit vom Printenäquator hahaha .-)))
Habe nur eine winzige Anmerkung:
Millionen von Muselmanen, Kaschuben...und Z.F.hast Du vergessen ....da geht es gut voran, sehr schön alles...
Lg
Astrid
Astrid

TGR am 21. März 2016

Es kommt selten vor, aber hier muss ich @zaunkoenigin beipflichten - der Text trieft vor bitterer Ironie, die mehr nach Zynismus klingt, als vermutlich vom Autor intendiert (obwohl, man sollte als Leser zurückhaltend mit Vermutungen über die Intention des Autors sein). Ich verstehe, dass man manchmal am Irrsinn und der Irrationalität des Menschen verzweifeln möchte, aber die Katharsis per Schreiben sollte man sich meiner Meinung nach für das Tagebuch aufheben.