Das Judentum gehört nicht zu Deutschland

Von Andreas Theyssen am 30. April 2016

Auszug aus dem Vorstandsvorschlag der AfD zum Grundsatzprogramm der Partei. Ein Parteitag in Stuttgart beschließt darüber an diesem Wochenende.

7.6.1
DAS JUDENTUM GEHÖRT NICHT ZU DEUTSCHLAND

Die AfD bekennt sich uneingeschränkt zur Glaubens‐, Gewissens‐ und Bekenntnisfreiheit. Sie fordert jedoch, der Religionsausübung durch die staatlichen Gesetze, die Menschenrechte und unsere Werte Schranken zu setzen. Einer jüdischen Glaubenspraxis, die sich gegen die freiheitlich‐demokratische Grundordnung, unsere Gesetze und gegen die christlichen und humanistischen Grundlagen unserer Kultur richtet, tritt die AfD klar entgegen. Die Rechtsvorschriften der Thora sind mit unserer Rechtsordnung und unseren Werten unvereinbar.

Das Judentum gehört nicht zu Deutschland. In seiner Ausbreitung und in der Präsenz einer ständig wachsenden Zahl von Juden sieht die AfD eine große Herausforderung für unseren Staat. Ein orthodoxes Judentum, das unsere Rechtsordnung nicht respektiert oder sogar bekämpft und einen Herrschaftsanspruch als alleingültige Religion erhebt, ist mit unserer Rechtsordnung und Kultur unvereinbar.

Viele Juden leben rechtstreu sowie integriert und sind akzeptierte Mitglieder unserer Gesellschaft. Die AfD verlangt jedoch zu verhindern, dass sich jüdische Parallelgesellschaften mit Thora‐Richtern bilden und zunehmend abschotten. Sie will verhindern, dass sich Juden bis zum gewaltbereiten Zionismus und Terror religiös radikalisieren.

7.6.2
KRITIK AM JUDENTUM MUSS ERLAUBT SEIN

Religionskritik, auch Kritik am Judentum, ist im Rahmen der allgemeinen Gesetze rechtmäßig als Teil des Grundrechts der freien Meinungsäußerung. Religiöse Satire und Karikaturen sind ebenfalls von der Meinungs‐ und Kunstfreiheit geschützt. Die AfD unterstützt das Bestreben von Judentumkritikern, über das Judentum aufzuklären, Reformen innerhalb der jüdischischen Gemeinschaft anzustoßen und das Judentum an die Normen und Werte der aufgeklärten Moderne anzupassen.

Die AfD wendet sich gegen eine Diffamierung von Judenkritik als „Antisemitismus“ oder „Rassismus“. Judentumwissenschaftler, Historiker, Staatsrechtler und Soziologen, auch jüdischer Abstammung, fordern eine historisch‐kritische Betrachtung der Thora sowie den Verzicht auf eine jüdische Staatsverfassung. Ihnen und ihren Zielen gilt angesichts vielfacher Verfolgung und Bedrohung unsere Solidarität.

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Dieser Text ist wörtlich übernommen aus dem Leitantrag der Bundesprogrammkommission und des Bundesvorstandes der AfD für ein Grundsatzprogramm der Partei, über das an diesem Wochenende in Stuttgart ein Parteitag beschließt. Einzige Ausnahme: Das Wort Islam wurde durch das Wort Judentum respektive Worte mit jüdischem Bezug ersetzt.

Es ist gesellschaftlicher Konsens in Deutschland, dass solch ein Text über das Judentum gar nicht geht. Warum aber soll er im Fall einer anderen Religion, nämlich des Islam, plötzlich möglich sein?

Andreas Theyssen, Autor in Berlin, verfolgt mit wachsendem Entsetzen, dass in Deutschland wieder einmal gezielt eine Religion verteufelt wird.

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maSu am 2. Mai 2016

Stellt sich die Frage, ob nicht jedwede Religionskritik zu einem ähnlichen Beitrag Ihrerseits führen könnte. Ich kritisiere das Judentum beispielsweise wegen der Beschneidung. Und ich habe irgendwann aufgehört zu zählen, wie oft ich deswegen schon als Nazi beschimpft wurde. Der Penis eines Säuglings muss eine merkwürdige Wirkung auf religiöse Gruppen haben (auch im Islam).

Im Übrigen:
Der Islam gehört nicht zu Deutschland.
Das Christentum gehört nicht zu Deutschland.
Keine Religion gehört zu Deutschland.

Menschen gehören zu Deutschland und welche Religion diese Menschen ausüben (Privat! Weder an noch mit anderen Menschen ohne klares Einverständnis und die Fähigkeit das Einverständnis zu erteilen), das geht nur sie selbst etwas an.

Kirche und Staat sollten getrennt sein.

Man kann der AfD eigentlich nur vorwerfen explizit gegen den Islam zu sein. Ich weiß nicht was schlimmer ist: Vom Morgengebet vom Moscheeturm oder vom Glockenleuten geweckt/gestört zu werden... die Unterscheidung ist müßig.

Zaunkoenigin am 2. Mai 2016

Ja, ja, ja

*Menschen gehören zu Deutschland und welche Religion diese Menschen ausüben (Privat! Weder an noch mit anderen Menschen ohne klares Einverständnis und die Fähigkeit das Einverständnis zu erteilen), das geht nur sie selbst etwas an.*

Reiner Un am 23. August 2016

Nicht zu vergessen: Auch im orthodoxen Judentum tragen Frauen häufig Kopftücher, um ihre Haare zu bedecken - das scheint in Deutschland nur nicht bekannt zu sein.

https://en.wikipedia.org/wiki/Tichel

Fenrir Thorhammersson am 7. November 2016

Warum wurde dann Herr Gedeon "entsorgt"? Ach,ja! Das Wahrheitaussprechen gehört nicht zu Deutschland.....