Merkel streichelt keine Flüchtlinge mehr

Von Thomas Schmoll am 22. September 2017

Vor zwei Jahren nahm die Kanzlerin das Mädchen Reem in die Arme und löste einen Shitstorm aus. Nun bügelt sie einen Asylbewerber ab – und niemanden stört es. Dazwischen ist einiges passiert.

Rostock am 15. Juli 2015. Angela Merkel trifft auf das Flüchtlingsmädchen Reem. Das Kind aus dem Libanon klagt überaus nachvollziehbar: „Es ist wirklich sehr unangenehm, zuzusehen, wie andere das Leben genießen können und man es selber halt nicht mitgenießen kann.“ Und: „Ich weiß nicht, wie meine Zukunft aussieht.“ Die Kanzlerin nennt das Mädchen „unheimlich sympathisch“. Nichtsdestotrotz erklärt sie ihm die Rechtslage für Asylbewerber.

Merkels Ausführungen – sie betont extra, da sie die Wirkung ihrer Worte richtig einschätzt, Politik sei „manchmal auch hart“ – sind schonungslos. Sie kommen regelrecht brutal rüber, zumal sie mit dem Mädchen wie mit einer Erwachsenen spricht. Aber inhaltlich sind sie korrekt. Merkel kritisiert auch die lange Wartezeit bis zur Entscheidung eines Asylantrags, der im Fall der Familie Reems tatsächlich eine Zumutung für die Betroffenen ist. Dabei stellt Merkel fest: „Es werden manche auch wieder zurückgehen müssen.“

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